Serie Selbstmedikation:
Hilfe bei entzündetem Zahnfleisch
Welche rezeptfreien Heilmittel helfen wirklich? Und wann fragen Sie besser den Arzt? Das verrät diese Serie. Diesmal: entzündetes Zahnfleisch. Von Dorothea Palte
Nicht nur beim Biss in einen Apfel blutet das Zahnfleisch ab und zu, auch mal beim Zähneputzen. Außerdem ist es gerötet und geschwollen.
Acht von zehn Deutschen haben eine Gingivitis. Die meisten wissen das nicht einmal. Denn eine Zahnfleischentzündung tut kaum weh. Verursacher sind Bakterien in der Mundhöhle. Wer sich nicht korrekt die Zähne putzt, fördert ihre Vermehrung, denn sie ernähren sich von Nahrungsresten auf und zwischen den Zähnen, die sie zu einem zähen Belag, Biofilm oder Plaque genannt, verarbeiten. In dem fühlen sich die Bakterien in ihrem Element: Sie geben aggressive Stoffwechselprodukte, Säure und Gifte ab, die das Zahnfleisch entzünden.
Wird die Gingivitis nicht behandelt, nimmt irgendwann der Zahnhalteapparat Schaden, die Zähne fallen aus (Parodontose). Hormonschwankungen, Vitaminmangel durch einseitige Diäten oder Arzneien wie Blutdrucksenker verschärfen das Problem.
Die besten Hausmittel
Desinfizierender Heidelbeersud: 1 EL getrocknete Heidelbeeren mit 1 Tasse kaltem Wasser über- gießen, aufkochen und 10 Minuten ziehen lassen. Möglichst jede Stunde gurgeln. Schmerzlindernder Eibisch-Tee: 2 TL Eibischblüten und -blätter (Apotheke) in 1 Tasse Wasser aufkochen. Sud 15 Minuten ziehen lassen. Abseihen, Tee in kleinen Schlucken trinken. 3–4-mal täglich. Antibakterieller Zitronen-Drink: Saft von 1/2 Zitrone in 1 Glas Wasser geben. 5-mal täglich gurgeln.
So behandeln Sie sich selbst
Dreimal täglich Zähne putzen, die Zwischenräume täglich mit Zahnseide und Interdentalbürste reinigen, jedes halbe Jahr zur professionellen Zahnreinigung gehen.
Download der Tabelle mit Mitteln gegen entzündetes Zahnfleisch auf vital.de …
Erstmals erschienen in VITAL, Ausgabe 06/2012.
Foto: © Robert Kneschke – Fotolia.com






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